Arbeitsgruppe Informationsmanagement
19.04.2017

Workshop zur Anforderungserhebung mit Cultural Probes

Workshop auf der Mensch und Computer 2017, 10. September 2017, Regensburg

Cultural Probes wurden ursprünglich von Gaver, Dunne & Pacenti (1999) eingesetzt, um von prospektiven NutzerInnen Anregungen für kreative Designlösungen zu erhalten. Durch eine Reihe von Materialien und Fragen werden die Beforschten dazu angeregt, ihren eigenen Alltag über einen bestimmten Zeitraum zu beobachten, zu dokumentieren und zu kommentieren. In der nutzerorientierten Softwaregestaltung werden Cultural Probes inzwischen zunehmend für die systematische Ist-Analyse und Anforderungserhebung verwendet. Als Mittel der ethnografischen Selbstaufschreibung und Selbstauskunft und in Kombination mit Interviews oder Gruppendiskussionen erlauben sie einen detaillierten Einblick in Alltagsprozesse und –strukturen, die sonst nicht von außen beobachtet oder erfragt werden können.

Ziel / TeilnehmerInnen

Cultural Probes sind in den letzten Jahren in diversen Projekten, u.a. von den Veranstalterinnen des geplanten Workshops, erfolgreich als Erhebungsinstrument eingesetzt worden. Unser Workshop soll eine Gelegenheit bieten, sich über Erfahrungen bei ihrer Gestaltung und Nutzung auszutauschen, darüber zu diskutieren und andere anzuregen, mit Cultural Probes zu arbeiten.

Wir laden PraktikerInnen und ForscherInnen ein, in einem Kurzvortrag und durch ein Poster über ihre Erfahrungen mit Cultural Probes in der Anforderungserhebung zu berichten und mit uns u.a. die folgenden Fragen zu diskutieren:

    • Welche Art von Informationen liefern Cultural Probes?
    • Wie sollte/kann der Einsatz von Cultural Probes in die weiteren Erhebungen eingebettet werden?
    • Wie können Cultural Probes interpretiert, analysiert und die Ergebnisse für den weiteren Prozess aufbereitet werden? Welche Informationen können auf welche Weise in Designentwürfe einfließen?
    • Welche Stärken und Schwächen hat das Cultural Probes Verfahren?
    • Was sind „gute“ Cultural Probes? Welche Qualitätskriterien gibt es?
    • Wie muss/kann die Arbeit mit Probes auf verschiedenartige Zielgruppen zugeschnitten werden?
    • Wie können Cultural Probes außerhalb von Forschungskontexten sinnvoll eingesetzt werden?

      Um diesen Fragen nachzugehen, möchten wir in unserem Workshop nicht nur Vorträge über Cultural Probes hören, sondern auch konkrete Cultural Probes vor Augen haben. Dies soll in Form einer kleinen Ausstellung geschehen, in der die mitgebrachten und kommentierten Probes zusammengeführt werden. Beiträge wurden in deutscher oder englischer Sprache eingereicht. Die Diskussion wird auf deutsch stattfinden.

      Angenommene Beiträge

      Eine Einleitung zum Workshop und kurze Übersicht zu den Beiträgen finden sie hier.

      1.     Seeing the World through the Eyes of Informal Caregivers with Cultural Probes
      Susanne Hensely-Schinkinger, Michael Habiger, Hilda Tellioglu. TU Wien.

      2.      “Cultural” Probes: The best way to go for participatory design in sensitive research settings? A methodological reflexion
      Marén Schorch, Claudia Müller, Johanna Meurer. Universität Siegen.

      3.     Using cultural probes for co-creating a digital neighbourhood guide with and for older adults
      Juliane Jarke, Ulrike Gerhard. Institut für Informationsmanagement Bremen (ifib), Universität Bremen.

      4.     Technology Probes als Mittel zur Unterstützung der Technik-Aneignung
      Claudia Müller, Marén Schorch, David Struzek, Marleen Neumann. Universität Siegen.

      5.     „Sensing Home“ – Sensor-Probes zur partizipativen Entwicklung für das Internet der Dinge
      Andreas Bischof, Albrecht Kurze, Michael Storz, Sören Totzauer, Kevin Lefeuvre, Sebastian Jakob, Arne Berger. Technische Universität Chemnitz.

      6.     Digitale Probes
      Daniel Koch, Susanne Maaß. Universität Bremen.

      Download der Beiträge hier (Zip Datei).

      Anmeldung

      Wir freuen uns über Ihre Anmeldung über Conftool.

      Ablauf

      10.9.2017 Workshop findet ganztägig statt

      Ausstellung der CP und der Poster, Kurzvorträge zu den Postern, Diskussion und Erarbeitung von Dos & Don’ts beim Einsatz von CP in der Anforderungserhebung.

      Veranstalterinnen

      Der Workshop wird organisiert von Dr. Juliane Jarke (Institut für Informationsmanagement Bremen – ifib; Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung - ZeMKI) und  Prof. Dr. Susanne Maaß (Arbeitsgruppe Soziotechnische Systemgestaltung und Gender SoteG); beide arbeiten an der Universität Bremen. Er speist sich u.a. aus Erfahrungen in einschlägigen Forschungsprojekten: Im Projekt „Partizipatives Vorgehen bei der Entwicklung von Technologien für den demografischen Wandel“ (ParTec) wurden Cultural Probes eingesetzt, um die Besonderheiten des Ruhestandsalltags zu erforschen. Im EU-Projekt MobileAge dienten Probes u.a. zur Bestimmung von Informationsbedürfnissen älterer Menschen im Kontext sozial-räumlicher Inklusion und der Entwicklung eines digitalen Nachbarschaftsführers.

      Kontakt

      cp-workshop-muc[at]groups.uni-bremen.de