Arbeitsgruppe Informationsmanagement

EMIT Entwicklung eines Mining-Tools zur Analyse öffentlicher Debatten in digitalen Medien

WiSe 2016/2017 bis May 2017


Modulbereich:

VAK: 03-BP-902.48

Termin: Plenum: wöchentlich Fr 08:00 - 12:00

Raum: ECO5 0.36

CP: 18 (12 WiSe+6 SoSe)

Ziele:

Qualität professioneller Systementwicklung

• Geeignete Methoden für Aufgabenanalyse, Spezifikation und Systementwicklung im Kontext eines größeren Projekts anwenden können.

• Für ein spezifisches Anwendungsfeld Programmiersprachen und Programmierumgebungen auswählen und benutzen, sowie bestehenden Quellcode lesen und modifizieren können.

• Im Kontext des Projekts Methoden des Interaction Designs, User Centered Design und Experience Design anwenden, sowie verschiedene Designentwürfe vergleichen und bewerten können.

• Methoden der Evaluation, Testverfahren, Qualitätsmanagement und Dokumentation einsetzen können.

• Das regulatorische Umfeld (Standards, Zertifizierung, Lizensierung, Open Source, etc.) zu erkennen und zu verstehen.

Forschungspraxis und Wissenschaftskultur

• Das projektspezifische Forschungsfeld exemplarisch erfahren und einschlägige Fachliteratur recherchieren und verstehen können.

• Eigene wissenschaftliche Texte schreiben können (Dokumentation, Projektbericht, etc.).

Soft Skills

• Aufgaben und Methoden des Projektmanagements kennen und im Projektkontext anwenden können (Planung, Zeit- und Arbeitsorganisation, Aufwandsmessung, Business Plan, etc.).

• Soziale, rechtliche, ökonomische und technische Rahmenbedingungen analysieren und für den Projektkontext bewerten können.

• Dimension der gesellschaftlichen Verantwortung der Informatiker/innen für den Projektkontext analysieren, verstehen, diskutieren und bewerten können (Ambivalenzen, Interessen, ethische Leitlinien, etc.).

• In der Projektpraxis zu einer vertieften interkulturelle Kompetenz zu kommen.

• Genderaspekte verstehen und erkennen sowie Gleichstellungsorientierung in der Praxis anwenden können.

• Kommunikative Kompetenz (Diskussionsfähigkeit, Moderation, Konfliktmanagement) praktizieren können, dabei die Fähigkeit zur Teamarbeit erwerben, andererseits auch Leitungsaufgaben übernehmen können.

• Präsentationsfähigkeit und Öffentlichkeitsarbeit für universitäre und außeruniversitäre Adressaten beherrschen.

 

Inhalte:

Zivilgesellschaftliches Engagement, das zunehmend auch über digitale Medien organisiert wird, ist eine wichtige Stütze unserer Gesellschaft. Das aktuelle Beispiel der Hilfe für Flüchtlinge verdeutlicht, dass staatliches Handeln ohne Einbezug von ehrenamtlichen Tätigkeiten von Privatpersonen und Non-Profit-Organisationen weitaus weniger effektiv wäre. Eine wichtige Voraussetzung für die aktive Beteiligung von Bürgerinnen und Bürger ist die verlässliche und gut fundierte Bereitstellung von Informationen über gesellschaftlich relevante Sachverhalte. Sowohl staatliche Behörden wie die Bundeszentrale für politische Bildung als auch zivilgesellschaftliche Organisationen mit dem Ziel der politischen Aufklärung haben es sich zur Aufgabe gemacht, das politische und gesellschaftliche Geschehen einer breiten Öffentlichkeit verständlich zu erklären. Mithilfe von Publikationen, die immer stärker auch über digitale Kanäle veröffentlicht werden, sollen das demokratische Bewusstsein gefördert sowie Bürgerinnen und Bürger zur Mitarbeit an zivilgesellschaftlichen Themen motiviert werden. Neben der Möglichkeit, Botschaften schnell und einfach einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ruht auf der digitalen Verbreitung von Informationen auch die Hoffnung, neue Zielgruppen wie junge, technikaffine Internetnutzerinnen und -nutzer anzusprechen, die durch traditionelle Medien kaum erreicht werden.

Um diese Adressaten zu erreichen, ist es für staatliche und zivilgesellschaftliche Organisationen der politischen Bildung wesentlich, mit bereitgestellten Informationen das Interesse der Zielgruppe zu treffen. Die sinkende Zahl an ehrenamtlich Tätigen wirft die Frage auf, ob die derzeit gewählten Themen tatsächlich von der Öffentlichkeit als relevant und motivierend empfunden werden. Wie können die Themenauswahl und -aufbereitung verbessert und somit stärker dem Interesse der Bürgerinnen und Bürger entsprochen werden? Und wie können die Organisationen der politischen Bildung verstehen, welche Themen für ihre Zielgruppen tatsächlich relevant sind?

Der Frage nach geeigneten Themen steht eine Vielzahl an gesellschaftlich relevanten Inhalten gegenüber, die Internetnutzerinnen und -nutzer beispielsweise in sozialen Netzwerken oder öffentlichen Foren diskutieren. Diese Diskussionen spiegeln ein Stimmungsbild der Themen wider, die von der (digitalen) Öffentlichkeit als wichtig erachtet werden. Eine nähere Betrachtung der Online-Debatten liefert dementsprechend Hinweise darauf, welche Themen adressiert werden sollten, um Bürgerinnen und Bürger über digitale Kanäle zu erreichen.

Das Bachelorprojekt zielt darauf ab, geeignete Methoden und Werkzeuge zu entwickeln, um zu identifizieren, welche gesellschaftlich relevanten Fragestellungen für die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland eine hohe Priorität haben und in welchen Bereichen sie sich engagieren (möchten). Neben gesellschaftlichen (z.B. Wer sind die relevanten Stakeholder? Auf welchen Online-Plattformen bewegen sie sich?) und technischen Fragestellungen (Wie können die Diskussionen auf diesen Plattformen ausgewertet werden?) sowie praktischen Implikationen (Wie können die gewonnenen Erkenntnisse genutzt werden, um attraktive Informations- und Partizipationsangebote zu generieren?) liegt ein Schwerpunkt auch auf der Gewährleistung der Privatsphäre der Bürgerinnen und Bürger und der Anonymisierung der gesammelten Daten.

Dozent/in:

Prof. Dr. Sara Hofmann

Mariem Ben Rehouma, MSc.